Zum Jahreswechsel – immerhin beginnt heute in Asien das Jahr des Drachen – nehmen sich traditionell viele Menschen etwas im Hinblick auf das neue Jahr vor. Dabei geht es häufig darum, weniger (essen, fernsehen, rauchen) oder mehr (Zeit der Familie widmen, Sport treiben) von etwas zu machen. Hat man Freunden von diesen hehren Vorhaben berichtet, kommt, nachdem die ersten Wochen ins Land gezogen sind, nicht selten die Frage: “Und, durchgehalten?”
Bislang standen zwei Alternativen zur Auswahl: Überzeugend schummeln (“Ich habe mir in diesem Jahr gar nichts vorgenommen.”) oder die Niederlage eingestehen (“Fast. Aber ab morgen bleibe ich stark!”). Bei mir stand ein Mehr an Fitness für 2012 auf der „Gute-Vorsätze-Liste“ und in diesem Jahr sollte eine neue Antwort her: „Ob ich durchgehalten habe? Klar!“. Da man sich aber nicht dauernd selbst in den Hintern treten kann, brauchte ich einen Verbündeten. Einen unerbittlichen Trainer, immer dabei und gewillt, keine Ausrede gelten zu lassen. Was wäre da besser geeignet, als mein ständiger Begleiter, das Nokia Lumia 800.
Jetzt müssen nur noch die passenden Apps her. Meine Wahl fiel auf “6 Week Training” und “runtastic”. Und mit den Apps von “Sportschau” und “Sport 1” bin ich auch noch jederzeit ein wunderbar informierter Passiv-Sportler.
Tag 1:
Mein Lumia weckt mich 20 Minuten früher als gewohnt. Ich zweifle zunächst an der Funktionsfähigkeit, dann fällt es mir wieder ein: Frühsport ist angesagt! Mit noch etwas müden Augen öffne ich 6 Week Training und habe direkt die Wahl zwischen fünf verschiedenen Sportübungen, darunter die Klassiker Sit-ups, Liegestütze und Kniebeugen. Ich entscheide mich für Sit-ups. Man muss ja nicht gleich übertreiben. Los geht es mit einem Eingangscheck, damit die App meinen aktuellen Fitnessstand speichern und darauf aufbauend den Schwierigkeitsgrad steigern kann. Nach 20 Sit-ups steht fest: Ein Intervall-Training ist meine nächste Aufgabe: 14-19-14-14-19 inklusive kleiner Pausen. Anstrengend, aber machbar.
Tag 2:
Ganz ohne Muskelkater wage ich mich an die nächste Übung: Liegestütze. Mit den Füßen an der Wand und den Blick aufs Laminat in Birkenholz-Optik ist die Müdigkeit schnell verflogen. Mein Bauch scheint fitter zu sein als meine Oberarme, zumindest benötige ich von den bis zu 60 Minuten Pause heute wesentlich mehr Zeit als gestern. 25 Liegenstütze später kenne ich das Spaltmaß meines Fußbodens aufs Genaueste und frage mich, ob die Ansage von 6 Week Training am Ende 100 Liegestütze in Folge machen zu können, tatsächlich Ernst gemeint ist.
Tag 3:
Die winterliche Kälte macht heute eine Pause und somit ist entschieden: Heute abend kommt runtastic zum ersten Einsatz! Angenehmer Nebeneffekt dieser Entscheidung: Der Wecker gibt mir noch eine Stunde Gnadenfrist …
Einmal eingeloggt, kann es auch gleich losgehen. Die Wahl der Sportart lässt mich schon mal schmunzeln: Neben klassischen Sportarten wie Radfahren, Inline Skating und Krafttraining stehen auch Exoten wie Schneemann bauen zur Auswahl. Mangels Schnee ist dies leider keine Alternative, und so entscheide ich mich wie geplant für´s Laufen. Runtastic hält nicht nur die Zeit fest, sondern auch die Distanz, Geschwindigkeit und die verbrauchten Kalorien. Am Ende kann ich, wenn ich möchte, mein Trainingsergebnis online stellen, auf Facebook oder Twitter teilen oder per Mail verschicken. Okay, damit warte ich besser.Noch sind die Zahlen wenig eindrucksvoll…
Tag 4:
Auch bei den besten Vorsätzen sollte man nicht übertreiben. So schone ich heute die Muskeln und trainiere mein sportliches Fachwissen. Gut, dass die Handball-WM im vollen Gange ist und die Rückrunde der Bundesliga gestartet ist… Sport 1- und Sportschau-App versorgen mich mit Wissenswertem aus der Welt des Sports und ich freue mich fast schon auf den nächsten Morgen, wenn eine weitere Runde mit 6 Week Training auf dem Programm steht.
Tag 5:
Mein Motto des Tages lautet “Das kann kannst du knicken!” Wie zu erwarten sind darin enthalten: Kniebeugen, Sit-ups und Liegestütze. Um die Gardinenstange noch etwas länger am Leben zu halten, mussten die Klimmzüge allerdings kurzerhand übersprungen werden.
Fazit:
Man muss zwar auch mit den passenden Sport-Apps noch selbst die Disziplin für regelmäßige Übungen mitbringen, aber es macht viel mehr Spaß. Der Vergleich mit bereits absolvierten Trainings, das Teilen der Ergebnisse mit Freunden und der Ansporn immer noch ein bisschen mehr zu machen, begeistert. Löschen werde ich die Apps sicher nicht mehr. Schließlich muss man sich immer neue Ziele setzen. Wie etwa, alle Sportarten in den Kategorien von runtastic ausprobieren. Zur Auswahl stehen: Radfahren, Mountain Biken, Nordic Walking, Inline Skaten, Kite Surfen, Wakeboarden, Frisbee, Schwimmen, Tennis, Aerobic, Pilates, Spinning, Schneeballschlacht und vieles mehr…
In den nächsten Wochen werden wir an dieser Stelle regelmäßig Apps aus dem Marketplace vorstellen, die wir getestet und vielleicht sogar zu unseren neuen Lieblingsapps erkoren haben. Es lohnt sich also, dran zu bleiben.
getestet von Pina Meisel





